Antifa Wien zur Automatisierung: Vorantreiben, nie wieder arbeiten!

via Endlich wird die Arbeit knapp! – Zeit für ein politisches Projekt gegen die Arbeit | autonome antifa wien

„In naher Zukunft könnten bis zu 80% der jetzigen Lohnarbeiten durch Maschinen ersetzt werden. Es ist keine deterministische Prognose, dass es so kommen muss, sondern zeigt den Horizont eines Projekts gegen die Arbeit. Die Automatisierungen in zunehmend allen Bereichen der Wirtschaft, auch bei Dienstleistungen, muss die radikale Linke aufgreifen und vorantreiben. Denn ob und vor allem wie sich die Wirtschaft automatisiert, ist keinesfalls ein zwangsläufiger Prozess, sondern vor allem auch eine politische Frage. Dabei ist es wichtig, diese Forderungen nach mehr Automatisierung mit weiteren Forderungen zu komplementieren, damit aus dem Überflüssigwerden der Arbeit für die Mehrheit der Menschen eine Utopie anstatt einer Dystopie erwächst.“

Das Thema Automatisierung erscheint zumeist als schrecklicher Dämon: Entweder es wird abgefeiert, dass Menschen endlich durch Maschinen ersetzt werden und damit ihre miese, aber zumindest existente Lebensgrundlage verlieren. Oder es wird vor der Automatisierung gewarnt, weil dadurch Arbeitsplätze verloren gehen, die zwar sinnlos und miserabel sind, aber zumindest einen Lebensunterhalt ermöglichen. Daher verwundert es zunächst, wenn die Autonome Antifa Wien [w] fordert: Automatisierung, und zwar für den Kommunismus!

Aber sie haben damit eigentlich recht, wie Leute auch im vergangenen Jahrhundert recht hatten: Industrialisierung, Automatisierung, Digitalisierung, bis hin zu künstlicher Intelligenz und Maschinen-Lernen; diese Fortschritte bilden eine wichtige Basis für eine zukünftige kommunistische Gesellschaft. Die menschenwürdige Versorgung aller – und zwar wirklich aller! – Leute ist längst möglich. Polemisch gesprochen: Es wird jeden Tag einfacher und jeden Tag verrückter, nicht einfach das Hakln sein zu lassen und doch alles in Anspruch zu nehmen. Jede_r an heilbaren Krankheiten Verstorbene_r, jede_r Verhungerte_r, jede_r Obdachlose_r und Frierende_r ist ein furchtbarer Blutzoll für eine große Dummheit. Nämlich für das Festhalten am Kapitalismus und der Lohnarbeit.

Täglich wird sich in der westlichen Presse selbst auf die Schulter geklopft, die Menschenrechte „erfunden“ zu haben. Gleichzeitig wird das Leiden und letztlich die Vernichtung der Menschen gebilligt, die keinen Lohn wert sind und dadurch scheinbar keine Menschen mehr sind. Die furchtbare Gewalt dieser Logik scheint dabei allen bewusst zu sein, denn wie im Wahn wird täglich versucht, als anders gebrandmarkte Leute zu den Wertlosen zu machen. Wenn schon jemand vernichtet werden muss, dann zumindest nicht man selbst.

Doch es gibt nicht nur diese eine Logik. Wenn wir in westlichen Industriestaaten tagtäglich alle Supermärkte zum Überlaufen anfüllen können, dann ist es unlogisch, nicht jeden Hunger zu stillen. Wenn wir Krankenhäuser haben, so ist es unlogisch, nicht allen Kranken zu helfen. Wenn die Straßen Wiens vor SUVs überquellen, so ist es unlogisch, diese Bequemlichkeit nicht allen zustehen zu lassen.

Wenn Maschinen Bestellungen entgegennehmen und Kanäle putzen können, so ist es unlogisch, dass dies Menschen machen.

Wenn alle Menschen gleich sind, so ist es unlogisch, dass es Arme gibt.

Wenn alle Menschen gleich sind, so ist es unlogisch, diejenigen gewähren zu lassen, die gegen ganze Menschengruppen hetzen und diese peinigen.

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s